Johannes Vetter

Johannes Vetter (geb.1979 in München) studierte zunächst Malerei und Grafik bei Franz Ackermann an der Kunstakademie Karlsruhe. Nach einem Studienaufenthalt in Warschau 2008, erlangte Vetter sein Diplom und wurde schließlich Meisterschüler bei Marijke van Warmerdam. Vetter lebt und arbeitet als Maler in Berlin und Ornbau. Nach zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen in Essen, München, Salzburg und London, zeigt er nun seine Bilder in Berlin. In Berlin wird Johannes Vetter von Bernheimer Contemporary vertreten.

In seinem Werk thematisiert Johannes Vetter sichtbar die Frage nach Bild und Figur im Hinblick auf die Technik der Fotografie und die Momente die sie scheinbar festzuhalten vermag.

Resultierend aus der Beobachtung, dass heutzutage die zeitgebundene, äusserliche Erscheinung des Menschen fast ausschließlich mittels Fotografie zur Erinnerung wird, setzt Vetter diesem Phänomen seine außerordentlich realistischen Gemälde im Großformat entgegen. Beinahe wie Filmstills wirken die Szenen, die Vetter in seiner Serie der sich waschenden Händen erschafft. Für diese Werk-Serie inszenierte er sich selbst, händewaschend, in den grossen Museen der Welt und schafft damit den Eindruck, als stünde der Betrachter unmittelbar vor dem Geschehen, der Bewegung, bleibt aber von dem Ausgang und dem Anfang dieser Handlung im Ungewissen,wodurch der Beobachter sich fragt, was vor und nach dieser Szene passiert. Allerdings sind die Bilder keineswegs Teil einer Geschichte, sondern stehen für sich als eingefrorener Moment. So setzt Vetter in seiner Serie den Fokus auf eine profane, alltägliche Situation, die er mit Hilfe seiner fotorealistischen Malerei in eine monumentale Form übersetzt.

Darüber hinaus setzt er sich in seinem Werk intensiv mit dem Vorhandensein der Ambivalenz zwischen Oberfläche und Tiefe auseinander, die er in ihrer inhaltlichen sowohl als auch bildsprachlichen Form untersucht. In seinen Bildern gelingt es ihm, sich zwischen genau jenen zwei Polen zu bewegen, indem er uns Beobachter in eine entrückte, anonyme Welt mitnimmt, bestehend aus einem Gespinst aus kunstgeschichtlichen Referenzen, Symbolik die mit der profanen Darstellung Kontraste bildet und uns Zeit und Raum vergessen lässt.