Swaantje Güntzel

 

Short Bio Swaantje Güntzel // German

Bevor sie die Hochschule für bildende Künste in Hamburg besuchte, lebte Swaantje Güntzel (*1972) mehrere Jahre im Ausland (Mexiko/Bolivien) und absolvierte von 1994 – 2001 ein Magisterstudium Ethnologie unter bes. Berücksichtigung der Alt-Amerikanistik, Kunstgeschichte und Politologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Sie arbeitete als künstlerische Assistentin von Andreas Slominski und nahm an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt diverse Stipendien, vor allem in Skandinavien. 2015 gewann sie den ars loci Kunstpreis der Neuhoff-Fricke Stiftung zur Förderung von Kunst und Wissenschaft.

Im Fokus der künstlerischen Arbeit von Swaantje Güntzel steht die Analyse der entfremdeten Beziehung des Menschen zur Natur: „Indem ich Aspekte täglicher Realität abstrahiere und in fast verspielt-naiver Weise nur leicht überzeichne, seziere ich das widersprüchliche Selbstverständnis des Menschen, Natur zu idealisieren und gleichzeitig kontrollieren zu wollen, und beleuchte die Scheinheiligkeit des Wertesystems einer Zeit, in der systematische Tierquälerei und Naturzerstörung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht haben, während gleichzeitig eine leidenschaftliche  Naturliebe des Menschen zelebriert wird.“

Bereits seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit den unterschiedlichen Facetten anthropogener Belastung der Ozeane wie dem Phänomen des Great Pacific Garbage Patch, der Plastisphäre oder Mikroplastik. Erweitert wird der Katalog seit kurzem durch das Thema der akustischen Belastung der Ozeane und deren Folgen für die Meeresfauna.

Ein Großteil ihrer Arbeiten wurde durch den direkten Austausch mit Wissenschaftlern inspiriert, die Swaantje Güntzel im Rahmen ihrer Forschung Daten und Material zur Verfügung stellen und weiterführende Fragen beantworten.

Sie bewegt sich konzeptuell in unterschiedlichen Medien wie Performance, Objekt, Stickerei, Installation, Fotografie und Video. Ihr künstlerischer Ansatz entspringt einer tief verwurzelten ästhetischen Position, die die essenzielle Dichotomie zwischen visueller Lust und verstörenden globalen Fragen auslotet. Die Arbeit ist eine beunruhigende Kritik des modernen Lebens im 21. Jahrhundert.